Bloggen und andere rosige Tücken

Also jetzt mal ehrlich, ich bin ja schon ein bisschen ein Nackerbazi (Hochdeutsch: keine Ahnung was sie da macht) was das Bloggen angeht. Klar, so ein Blog erstellt sich dank WordPress relativ einfach. Das Schreiben an sich sollte jetzt auch nicht so das Problem darstellen. Fotos einfügen hab ich auch schon mal gesehen. Aber jetzt bin ich doch an einen Punkt gekommen, der vollkommen neu für mich war: eine Facebook-Seite erstellen. Achja mei, auch keine Hexerei, einmal ein Scroll-Down-Menü bedienen, hier etwas ausfüllen, dort etwas Hochladen. Doch dann möchte man ja auch seinen Blog promoten. Und im Social Media Zeitalter ist Facebook, zumindest für die Generation 20+, ein essentieller Lebensmittelpunkt. Uns wird nachgesagt, dass wir aufstehen und statt, wie in guten altmodischen Zeiten, einfach „Guten Morgen“ sagen, unserem Partner, Mitbewohner, Haustier erstmal eine Nachricht auf FB schicken. Solche Unterstellungen mag ich mal generell nicht, aber wir müssen zugeben, dass wir es lieben die Startseite neu zu laden, wenn wir gerade auf die Straßenbahn warten, neue Lokale entdecken, weil sie die Freunde teilen oder einfach nur den „neuen Schwarm“ (sagt man das noch so?) auf Facebook auschecken.

In diesem konkreten Fall ging es eigentlich um superernste und lebensverändernde Tatsachen (ich liebe meinen Hang zum Theatralischen). Ich wusste ich will mein Geschreibe mit Euch teilen, ansonsten könnte ich ja alles einfach in ein Word-Dokument klopfen, abspeichern und nie wieder reinschauen. Hier ist also das gute alte Socializing angesagt. Ich habe auf den Button „Freunde einladen“ geklickt und bin erstmal „vor der gesamten Liste“ meiner Facebookfreunde gesessen. „Wo ist hier der alle einladen-Button“? Nicht vorhanden. Auch gut! Ich wollte sowieso meine englischsprachigen Freunde nicht mit noch mehr Einladungen behelligen, also hab ich losgelegt und bin nach kurzer Zeit auf das sogenannte „Ex-Freund/Gspusi/Loverlover-Problem“ gestoßen. Kurzer Exkurs: ich habe mit Exen prinzipiell kein Problem und fahre hier die Schiene: „Hast du einmal eine Freundschaftsanfrage akzeptiert, hast du damit zu leben.“ Ausnahmen mache ich hier bei mir zuwideren politischen Postings bzw. gibt es ja noch immer die „Ausblendoption“. Aber jetzt mal zurück zum Thema: nach ca. 5 Minuten bin ich auf den ersten Exfreund gestoßen und musste mir die Frage stellen, ob ich Bock hab, dass er einfach nur weiß, dass ich einen Blog habe? Scheiße, wo ist jetzt das „How to handle ex-boyfriends and your new blog“-Buch? Fräulein Ehrlich war ehrlich zu sich selbst und hat sich dagegen entschieden. Radikaler Schlag, das Leben und die Freundesliste geht weiter.

Nächstes Hindernis: die Familie. Ich glaub jeder hat in seiner Familie zumindest eine Mama, den Opa oder die eine Tante, die auf FB rumgeistert. Und es ist ja auch schön, dass sie mit der Zeit gehen wollen. Aber bei mir habe ich manchmal das Gefühl, dass es nur dem Familientratsch nützt. Ich bin auf meiner privaten Facebookseite eher scheu und poste hier und da mal ein Foto. Das ist es! Aber vor 1-2 Jahren gab es einmal folgendes Phänomen: ich war mit einem Freund von mir an einem sonnigen Tag mit unseren Hunden spazieren und haben lustige Fotos geschossen. Eines davon haben wir auf FB gestellt und uns nichts dabei gedacht. Ein paar Tage später war Familienfeier, alle waren gut gelaunt, wir sind durch den Wald spaziert und ich habe mich zu meiner Tante gesellt. Erste Frage: „Hey, ich hab gehört du hast einen neuen Freund?!“ Antwort: „Nö, nicht dass ich wüsste- wie kommst du darauf?“ Sie: „Die A. hat da ein Foto auf Facebook gesehen, die hat es dann dem D. erzählt, der D. hat es der O. erzählt und die wiederum mir.“ Ich verneine das Gerücht und suche mir einen neuen Gesprächspartner mit neuen Gerüchten. Meine Oma! Perfekt, die interessiert der ganze Internetkram nicht. Oma: „Oh, ich freu mich so für dich. Wer ist denn der junge Mann auf dem Foto, das mir die B. ausgedruckt und mitgebracht hat?“ Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe auch diesmal keine Einladung versendet.

Dritter Zwischenstopp: die Ex-Freunde, Liebeleien und Affären von Freunden und Freundinnen. Schwierig, aber nicht unmachbar. Ich hab mich hier, wie bei meinen eigenen Exen an das Gefühl innen drinnen gehalten: wenn Kotzschwall oder Tränen beim Nennen des besagten Namens fließen, bekommt sie/er keine Rose.

Gefühlte 2.368 Stunden später (zu Übertreibungen neige ich auch ab und an) habe ich das Ende der Liste erreicht und frage mich wieviele Freunde ich morgen weniger haben, weil ihnen durch meine Einladung aufgefallen ist, dass ich existiere und sie eigentlich keine Ahnung mehr haben wer ich bin. No hard feelings, glaubt mir, mir ging es manchmal auch nicht anders….

Nichts destotrotz freue ich mich über jeden der doch auf Gefällt mir klickt und mir mit Buchtipps zum Thema „Wie behalte ich meine Freunde, obwohl ich Blogge“ aushelfen kann.

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2 Kommentare

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  1. Ich sags nicht weiter, versprochen, auch wenn ich Familie bin.

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