Eine Pärchen-Hommage zum Teilen

Also jetzt mal ehrlich, ich liebe Pärchen. Ja, echt! Manchmal sind sie sogar so super, dass ich sie wegen ihrer Wortwechsel oder ihres Charmes am liebsten heiraten möchte. Heute zum Beispiel hatte ich ein paar Minuten zwischen Uni und Arbeit und hab mir in meinem liebsten Saftladen (natürlich im wahrsten Sinne des Wortes gemeint) Lilettes eine Vitambombe gegönnt. Während ich da also so herumstehe und mich weigere meine Wartezeit mit dem Handy zu vertreiben, gehe ich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nach: fremde Gesprächsfetzen aufschnappen. Das kennt ihr bestimmt: man sitzt in einer Bar, unterhält sich mit seiner Kaffeeverabredung, mit der man sich vor 3 Stunden getroffen hat und der Kaffee mittlerweile dem Spritzer gewichen ist, über weltpolitische Themen. Bis beide plötzlich folgenden Auszug vom Nachbartisch mitbekommen: „…. oidaaaaaaa, dieser Kacker hat mir noch iiiiiiimmer nicht zurückgeschrieben, dabei war er schon fünf Mal online, ich schwöööööörs, oida….“

„Herr Ober, wir nehmen Schnaps, doppelt!“. Aber ich hole schon wieder aus. Zurück zur eigentlichen Geschichte und warum ich Pärchen liebe. Ich stand da also so rum und fing an das Gespräch eines ersten Dates zu belauschen. Wie fies von mir, ich weiß. 

Sie: Also Moneyboy fand ich ja noch nie so toll.

Er: Wirklich? Ich find den richtig genial.

Sie: Ja, na eigentlich ist der eh ganz cool. Mindestens so cool wie Justin Bieber.

 Ich glaube dieses Pärchen hat noch eine lifetime-of-happines vor sich. Oder so. Trotzdem muss ich jetzt mal ehrlich sagen, dass mir in letzter Zeit Dinge an Pärchen auffallen, die mir so richtig gegen den Strich gehen. Nein, keine Sorge, ich werde jetzt keine Auflistung der 10 schlimmsten Sätze bringen, die Pärchen zu Singles sagen. Die Miss, und sicherlich ein paar andere Magazine, haben da schon ganz gut abgeliefert, siehe hier: Miss-Single-Mingle

Mir geht es eher um ganz alltägliche Situationen, in denen die überschwängliche Liebe und das Rumgeschmuse von Pärchen schon im wahrsten Sinne des Wortes auf deinem Single-Schoß sitzt. Ein Beispiel: den Valentinstag hab ich auf einer 90s-Party verbracht. Ich mein, hallo? Geht’s eigentlich besser so einen Tag mit viel Liebe für trashige Popmusik zu feiern? Ich stehe also beim Eingang, trete vor die beiden entzückenden Mädels, die den Eintritt abkassieren, bezahle und stelle mich zur Seite. Während ich gerade noch versuche zwischen den 1.783.492 Teile meines Zwiebellooks (oh wie ich mich nach dem Frühling sehne) meine Geldbörse in meinem Hipsterbeutel zu verstauen, treten zwei weitere Personen zur Bezahlschranke und verkünden im schönsten Dialekt: „Hey, krieg ma schon an Pärchenrabatt gell?“. Wie war das nochmal mit dem Ober und dem Schnaps? Den Schnaps hab ich mir mit meinen Freunden dann definitiv gegönnt; im Nachhinein hätte ich mich trotzdem gerne umgedreht und gesagt: „Cool, dann gibt es für mich als Single sicher einen Drink gratis, weil ich kein präpotentes Warzenschwein war oder?“.

Wie ich ja schon anfangs kurz erwähnt hab, liebe ich Pärchen. Meistens. Vor allem aber wenn sie immer noch zwei Individuen bleiben, eigene Leben und Sozialkontakte pflegen und nicht zu der verschmolzenen Horrorvariante „Wir“ transformieren. Ihr wisst schon, die Situation wo ihr die eine verschollene Freundin (bitte nach gängigen Genderstandards individuell anpassen) nach einem Kaffeetratsch in zwei Monaten fragt und sie antwortet: „Mal sehen was wir da vorhaben. Weißt du wir haben nämlich jetzt unser gesamtes Leben vollkommen umgekrempelt, richten gerade die neue Wohnung ein und müssen noch so oft zu IKEA. Außerdem ernähren wir uns jetzt vegan und machen ganz viel Sport. Aber du, das tut uns so gut. Warum wollte ich dir eigentlich zurückschreiben?“ Ja liebe Susi/lieber Peter, ich wünsche euch ganz viel Spaß dabei! Ich mache mir dann mit Martha eine Freeletics-Stunde aus, die wir dann sowieso wieder canceln und stattdessen ins Käsegeschäft gehen. Mahlzeit!

Apropos Mahlzeit: habt ihr schon die neueste Aktion vom Anker gesehen?

Anker_Doppler

Was hab ich gemacht? Hab mir erstmal so einen Anker-Doppler zum Teilen geholt und mir selbst reingestellt. Ihr nennt das passiv-aggressiv? Ich nenne es präventive Vorsorge für den „Wir-Virus“. Außerdem hatte ich Hunger. Keine Sorge, ich scherze natürlich nur und den nächsten Doppler (!!!) teil ich ganz bestimmt.

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2 Kommentare

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  1. Gut getroffen! Erinnert mich an meine Single Zeit. Als es Sonntage gab an denen ich bis in der Yogastunde um 18 Uhr mit niemandem ein Wort gewechselt hab weil Pärchenbrunch und Co. keine Option für mich waren. Oder bis 14 Uhr weil Kaffeetrinken mit gutem Buch einfach Gespräche mit Kellnern mut sich bringt. Als ich kompromisslos kochen konnte was ich wollte und bei meinen Urlaubsplänen nur mein Kontostand mitreden durfte. Als ich mich selbst super kennen lernte und skurile und lustige Abenteuer erlebte. Besser? Schlechter? als 2samkeit?
    IMHO: einfach anders 😉
    PS aber wart mal bis das mit den Kindern losgeht. DAS sind dann wir-Dimensionen der anderen Art…

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