Ein anzügliches Aufzugsdilemma

Also jetzt mal ehrlich, letzte Woche hat doch erst die Uni begonnen und jetzt sind schon wieder Osterferien? Na mir soll’s Recht sein!! Viele Kurse hab ich ja sowieso nicht und 50% davon sind (für mich) unnötiger, lebenserschwerender Theoriekram, wie zB Finanzierung. Da lerne ich dann wie ich mir händisch ausrechnen kann, was ich am Anfang einzahlen muss, wenn ich am Ende x-Betrag rausbekommen will. Okay, jetzt wo ich es schreibe hört es sich schon wieder fast nützlich an. Aber eines muss man über mich wissen: ich würde auch zukünftig nicht meine alten Bücher rauskramen und darin nachschlagen wie ich mir das ausrechne. Wahrscheinlich auch aus dem einfachen Grund, dass ich sie mittlerweile alle verbannt, verkauft oder verbrannt habe- definitiv etwas mit „ver“ am Anfang) . Ich wäre der Mensch, der auf die Bank nebenan geht und die armen Mitarbeiter mit dieser Frage behelligt, die dann in ihren schlauen Computerprogrammen nachsehen. Ich nenne das Lebenseffizienz.

Auch wenn es sich jetzt so anhört, als ob ich überhaupt keinen Bock auf die WU oder ihren Machenschaften (lest dazu diesen Blogeintrag, falls noch nicht passiert: Ein Fall für das Gruselkabinett) hab, bin ich, wahrscheinlich auch anlässlich der bevorstehenden Osterferien, sehr milde gestimmt und heute mit einem Lächeln über den Campus gelaufen. Es ist ja doch ein sehr schöner Campus, da kann man nichts sagen. Außer vielleicht, dass ab und an mal Betonplatten Lust auf mitternächtliche Spaziergänge haben. Entgegen der allgemeinen Meinung (inklusive meiner eigenen bis zum ersten Tag an dieser Uni) gibt es auch ein paar wirklich tolle Leute auf der WU. Okay zugegeben bei 23.000 Studierenden muss da statistisch ja für jede Art von Geschmack was dabei sein. Anfangs muss man vielen beperlten, Handtasche als Rammbock-tragenden Menschen ausweichen, aber mit der Zeit hab ich den Vorteil einer so riesigen Uni entdeckt: wenn du mal keinen Bock auf Menschen im Generellen hast, versteckt dich die Masse von ganz von alleine. Wenn du doch mal Lust auf soziale Interaktion hast, lass einfach am Anfang des Semesters deinen Blick durch den Vorlesungsraum schweifen und setz dich eben genau zu dem Individuum, das sich nicht gerade schminkt, die Stöckelschuhe oder Hemdkragen richtet, lauthals kreischt, weil es den Schwarm (gibt es davon eigentliche eine weibliche Form- Schwärmin?) entdeckt hat. Bingo! Mit dieser Masche bin ich bis dato sehr gut gefahren und hab ein paar wirklich tolle Menschen kennengelernt.

Kurzer Fun Fact am Rande: heute war Gruppeneinteilung in Finanzierung angesagt und was realisiere ich erst jetzt? Ein Gruppenmitglied hat doch glatt den haargenau gleichen Namen wie mein Exfreund. Glücklicherweise der „Gute“, nicht der andere. Damit kann ich arbeiten. Wer jetzt den Bildschirm anschreit, weil schon wieder „so eine Bloggerin“ über Dinge/Leute/allgemein Unerklärliches redet: willkommen auf meinem Blog und ab zurück auf Start- siehe einen meiner früheren Einträge: Feminismus verpackt unter einer langen Haarpracht

Mit dem neuen Campus, gibt es, im Gegensatz zu den alten Gebäuden, auch endlich ein Campusleben. Meine Empfehlung: an einem frühsommerlich-lauem Abend einfach einen Drink am WU-Cocktailstand holen und „Eine/r aus Einhundert“ spielen. Wie das geht? Ganz einfach: setzt euch mit eurem Drink auf eine der unzähligen Sitzgelegenheiten und besprecht mit euren Freunden (oder einfach mit euch selbst) mit wem von den nächsten hundert Männern/Frauen ihr theoretisch Sex haben würdet. Ich nenne es: lerne deine Freunde erstmals RICHTIG kennen. Und ihr gebt mir danach eventuell Recht, dass es zwar viele, aber nicht nur Anzug- und KostümchenträgerInnen auf der WU gebt.

Weil es bei mir aber nie nur „Friede, Freude, Eierkuchen“ geben kann, hier noch mein persönlicher Lieblingsfail bei den neuen Unigebäuden: der Lift im Teaching Center. Im TC werden eigentlich fast alle größeren Vorlesungen abgehalten, ergo die meisten der 23.000 Studierenden (wenn sie denn mal in die Stunden kommen) halten sich hier auf. Das Gebäude ist auf 5 Stockwerke plus Erdgeschoss aufgeteilt, ergo wenn man nicht gerade für den Marathon trainiert, hat man, so wie ich, keine besondere Lust alle 5 Stockwerke zu Fuß zu erklimmen. Gut, dass hier 5 Aufzüge zur Verfügung stehen. Möchte man meinen. Ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass in Wahrheit nur 2 Aufzugskabinen im Inneren zu finden sind und die anderen 3 als Attrappe dienen. Ehrlich mal. Jedes mal, und ich hab meine Vorlesungen komischerweise immer im 4. oder 5. Stock, stehe ich im EG vor dem Lift und warte im Durchschnitt 4,5783 Minuten, dass sich überhaupt einmal ein Aufzug zu uns gesellt. Wenn er dann mal da ist, gilt hier, wie vieles andere auf der WU, garantiert nicht „first come, first serve“- die Ellbogen werden ausgefahren und das harte Überleben beginnt. Aber hey, der Konkurrenzdruck wird eben schon bei den Aufzügen spürbar…

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