Ein 10er-Kaugummi-Tag

Also jetzt mal ehrlich, Pläne schmieden ist doch das Schönste- nicht? Ich liebe es To-Do-Listen zu schreiben, einmal am Handy, einmal im Kalender, einmal am Computer- je nachdem was ich eben grad dabei hab- und noch mehr liebe ich es diese Auflistungen dann nach Wochen wiederzufinden und zu bemerken, dass ich früher oder später auch ohne darauf zu sehen mehr oder weniger alles erledigt habe. Trotzdem geht es wohl jedem manchmal so, dass man sich Dinge vornimmt, wie in meinem Falle das regelmäßige Bloggen, und dann doch nicht macht. Ha, erwischt!! In der letzten Woche war ich ein Blogger-Faultier- ich gebe es zu…. Ein bisschen wie der Gute im folgenden Trailer, und mindestens genau so witzig:

Zootopia Sloth Trailer

Aber hey, ich war definitiv nicht untätig und am Sonntag zum Beispiel in der Happy-Show im MAK. Alles im Sinne des Bloggens natürlich- eh klar… Ich hab schon viel Gutes darüber gehört, aber eine Freundin von mir hat auch ein paar interessante Kritikpunkte gebracht. Das wollte ich natürlich gleich mal abchecken! Also ab aus der „ach so nervigen“ Sonne und rein in die ehrwürdigen Gemäuer des MAK’s. Erster Gedanke: wow, ist das der offizielle Hipster-Treffpunkt? Überall hat es von stylisch-bebrillten, in schwarz gekleideten Menschen gewimmelt, die genauso gut für irgendein skandinavisches Label modeln könnten. Zweiter Gedanke: anscheinend ist Happiness wieder in Mode. Ganz nach meinem Geschmack und passend zu meinem momentan überwiegenden Gefühl! Also ab zur Kassa- 10 Euro für Glücksgefühle-to-go finde ich auch okay, aber natürlich will ich den Studentenrabatt, wofür tu ich mir dieses Studieren denn sonst an? Die nette Dame an der Kasse schüttelt nach kurzem Blick auf meinen Studentenausweis nur mitleidig den Kopf. „Nur bis 26- sorry.“ Ein Lied, das ich nur zu gut kenne seit ich 26 geworden bin. Es ist so, als ob 26 eine anti-magische Zahl ist und sich ab diesem einen Tag alle Tore schließen. Immer wird über das Alter 30 philosophiert und Angst gemacht. Ich verrat euch jetzt eines: 26 ist viel schlimmer! Danach kann einen eine kleine 3 und ne Vollnull dahinter einen Scheiß!

Ich will nicht zu viel über die Ausstellung verraten, aber ich denke, dass viele interessante Ansätze dabei waren das Glücklich-sein wieder neu zu betrachten, wie zum Beispiel die Tatsache, dass es 6 Grundemotionen gibt, wovon 4 negativ sind, 1 neutral und nur 1 positiv. Das ist auch der Grund warum wir schlechten Nachrichten so viel mehr Betrachtung schenken. Interessante Erklärung oder? Aber auch ein überdimensionaler Kaugummiautomat, der durch Entnahme bei der jeweiligen Säule den Grad des Glücklichseins anzeigen soll. Interessant sind auch die Fotos, die neben dem Automat aufgehängt sind, und den Stand der Säulen an bestimmten Tagen zeigen. Superinteressant fand ich den 23.12. – vor Weihnachten gibt es viele sehr, sehr glückliche Menschen, aber auch sehr viele die das Gegenteil empfinden.

MAK_Kaugummi

Ein Freund von mir hat mir schon davor erzählt, dass Stefan Sagmeister einen ziemlich coolen Arbeitsrhythmus für sich und seine Mitarbeiter geschaffen hat. 6 Jahre arbeitet das Team normal an ihren Projekten, im 7. Jahr werden neue Eindrücke gesammelt, gereist oder einfach das „Sein“ genossen. Das ganze bei vollem Gehalt. Von diesem Jahr zehrt die Gruppe dann die nächsten 6 Jahre. Kurz hab ich mir gefragt wer in unserem Zeitalter noch 6 Jahre für eine Firma tätig ist, aber könnte das vielleicht auch eine Art Motivation sein? Für mich als Freigeist ist das ein echt interessanter Ansatz, dem definitiv Beachtung geschenkt werden sollte.

Ein bisschen schmunzeln musste ich zwischendurch immer wieder, wenn die Worte besagter Freundin durch meinen Kopf gehuscht sind: „Die Ausstellung war ja ganz cool, aber nimm ja nicht dein erstes Date dort hin mit! Nie und nimmer!“ Und mittlerweile muss ich ihr beipflichten: wenn man sich wirklich auf die Videoinstallationen und die Worte während der Show einlässt, ist das ganze etwas sehr intimes, das man gern mit sich selbst ausmacht bzw. mit jemandem teilt, den man schon ein bisschen kennt und vor allem vertraut. Vielleicht nicht gerade der beste Ort für ein erstes Date! Außer man steht auf sehr intensives Kennenlernen während man versucht die übergroßen Kaugummis, die plötzlich immer größer werden, unauffällig loszuwerden. Und glaubt mir, unauffällig ist einfach nicht! Sabbernd wie ein Teenager beim Freibadbesuch, sag ich da nur.

Abgesehen von den abstrus-großen Kaugummis denk ich, dass der Sagmeister da einige wirklich schöne Ansätze und Punkte zum Nachdenken geschaffen hat, die man schon fast als Mantras (ich nehm mir vor allem für das Bloggen „Actually doing the things“-Mantra vor) verwenden kann und definitiv ein Besuch wert sind. Bis Dienstag, 28.03., habt ihr noch Zeit euch ein eigenes Bild zu machen und mir dann meine positive Kritik entweder zu bestätigen oder sie mir um die Ohren zu hauen.

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3 Kommentare

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  1. Ich fand manche Ansätze der Ausstellung echt inspirierend, vor allem das „Sabbatjahr“! Das macht echt Sinn, wo wir alle statistisch sowieso so alt werden. Für mich stellt sich nur die Frage, wer sich das heutzutage leisten kann alle 7 Jahre zu reisen? 😅

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