Eine Pärchen-Hommage zum Teilen – Teil II

Also jetzt mal ehrlich, so ein Unileben ist ja schon was Schönes…. Ganze zwei Wochen Uni und schon wieder Ferien. Ein gefundenes Fressen für die, die sowieso schon denken, dass man als Student nix zu tun hat. Weit gefehlt! Klar, hab ich mir vier Unitage gespart, aber mit einem neu-erworbenen Marketingjob bei einem Anwalt, diversen administrativen Sachen, gewolltem und geliebtem Freizeitstress gehen schon mal zwei Wochen Uniferien wie nix rum und man bemerkt Montagmorgen, dass man sich höchst erfolgreich von der Tatsache „Riesenhaufen Hausübungen und Lerngruppenarbeiten“ abgelenkt hat und nun einen „wundervollen“ Tag mit Finanzierungsbeispielen und englischen Wirtschaftstexten verbringen darf. Da war sogar der Abstecher bei der längst überfällig Wäsche und der Weg in die Arbeit eine liebevolle Streicheleinheit. Aber wer will denn schon Meckern? Es ist endlich warm in Wien, das Eisgeschäft neben der Kanzlei hat seit einer Woche geöffnet und die Menschen auf den Straßen sind größtenteils auch ganz freundlich. Also sie beschimpfen einen nur mehr geschmückt mit einem zuckenden Mundwinkeln, statt richtig fieser Grimasse.

33fc535f6f1cc0ff99492faf1fdcc3b9b3e0d4

Doch das „liebste Muss“ von allen, das in Wahrheit gar kein Muss ist, habe ich mir für den Abend aufgehoben: endlich komme ich wieder zum Schreiben. Glaubt mir, auf meinem tollen Wochenplan habe ich fixe Zeitfenster (in grün markiert, ich mag grün… aber auch violett), die ich dem Bloggen widmen wollte. Klar, waren Ferien und meine Pläne sind nicht mal ansatzweise aufgegangen, aber in Wahrheit, und hier geht es ja um die Wahrheit, habe ich einfach grad gern gelebt. Nicht, dass ich das sonst nicht tue, aber ich hab mir mal ein bisschen mehr Zeit weg vom Computer und mehr unter Menschen gegönnt. Und das hat richtig gut getan und ich habe – auch im Sinne des Bloggens – wieder ein paar herrliche Geschichten gesammelt.

Langsam habe ich ja das Gefühl dieser Blog wird zur Plattform meiner Anekdoten, aber manche sind einfach so gut oder wie in folgendem Falle einfach nur so abstrus, dass ich es nicht lassen kann und sie mit Euch teilen MUSS: könnt ihr euch noch an Eine Pärchen-Hommage zum Teilen erinnern? Darin habe ich ja schon, wie ich von Insidern erfahren hab, ein paar Kopfschüttler ausgelöst, als ich von sich sehr beliebt-machenden-Pärchen berichtet hab. Diesen Blogeintrag habe ich nachmittags veröffentlicht, bevor ich mich auf den Weg in die Arbeit gemacht hab. Dort angekommen packt meine Kollegin, nennen wir sie mal Luisa, gerade ihre Sachen zusammen. Luisa ist seit nicht allzu langer Zeit verheiratet und immer noch wie am ersten Tag verliebt. Ihr werdet wissen warum das relevant ist. Wir freuen uns erstmal für sie. Erstmal. Smalltalk beginnt, der ungefähr so abgelaufen ist:

Isa: Und, noch was Schönes vor nach der Arbeit?

Luisa:  Ohja, ich gehe heute endlich mal wieder Sport machen.

Isa: Oh, das ist fein! Was für einen Sport machst du denn?

Luisa: Heute ist Step-Aerobic dran. Das mag ich besonders gerne.

Isa: Beeindruckend! Ich hab mir dabei ja schon mal fast das Ohr gebrochen, so untalentiert bin ich darin.

Luisa: Ich mag das total gerne und freu mich riesig darauf. Weil, weißt du, als Single hab ich so viel Sport gemacht. Aber gut…. was hat man denn sonst als Single zu tun?

Hmmm, lustig. Ich war immer der Ansicht, dass man als Single viel mehr unternimmt, als wenn man in einer Beziehung ist. Aber da muss ich mich wohl getäuscht haben!

Solche und ähnliche Aussagen habe ich schon öfters gehört oder von FreundInnen erzählt bekommen. Ja, auch Männer dürfen sich solch „interessanten“ Aussagen als Single von überzeugten Pärchenteilhabern anhören. Wer irgendwann in seinem Leben schon mal im Leben gerade nicht liiert war oder schon mal ein Hochglanzmagazin beim Onkel Doktor durchgeblättert hat, kennt bestimmt folgende Aussage: „Waaaaaas? DU bist Single? Und das auch schon so lange? Aber du bist doch so hübsch/klug/liebenswürdig/emotional nicht total abgefuckt/cool/perfekt!! Na, der/die Richtige wird schon noch kommen. Lange bleibst du ganz bestimmt nicht alleine.“ Ich weiß bei solchen Sätzen gar nicht wo ich anfangen soll.

4891_13

Also zuerst einmal gibt es, liebe Hochleistungspärchen, auch überzeugte Singles, die damit zufrieden sind und es nicht als das Übergewinnerlevel ansehen den/die Traummann/-frau vor den Altar zu zerren. Zweitens, schaut euch mal ganz objektiv in eurem Umfeld um. Und ich meine wirklich objektiv. Würdet ihr gerne mit dem einen Arbeitskollegen zusammen sein, der eine Gurke nicht von einer Zucchini unterscheiden kann, weil sein Mittagessen aus Snickers und ab zu einem Bounty zur Nachspeise besteht?

Aber auch der Satz darüber, dass man durch herausragende Charaktereigenschaften definitiv einen Partner haben muss, leuchten mir nicht ganz ein. Lange habe ich darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass genau das bei Generation Beziehungsunfähig vielleicht der Knackpunkt ist: diejenigen, die Single sind, aber gerne eine Beziehung hätten und noch dazu ganz adrett, emotional stabil, hilfsbereit usw. sind, haben, auch durch vergangene Erfahrungen und Erinnerungen an den/die Einen/Eine, die dich zu einem Date einladen und kurzerhand mit einem/einer anderen schmusen, gewisse Vorstellungen und Ansprüche an den/die zukünftige/n PartnerIn. Und genau hier ist der Knackpunkt: man kommt an einen Punkt, an dem man einfach keinen Bock mehr auf Spielchen und entscheidungsunwillige, aufgeblasene, selbstverliebte Möchtegerns hat. Da bleibt man – aber hallo – viel lieber Single und liebt sich selbst. Basta!

Aber zurück zum letzten der Motivationssätze: „Lange bleibst du bestimmt nicht alleine.“ Einmal, als ich Single war, hat mich eine Freundin angerufen und während des Gesprächs einfließen lassen: „Du, du kennst doch die, sagen wir mal Lara zu ihr, die ist doch jetzt auch alleine- vielleicht habt ihr ja Lust zusammen wegzufahren?!“ Im ersten Moment wusste ich echt nicht was sie damit meint. „Wie alleine? Nein, du ich bin eh gerade mit der Susi unterwegs.“ Irgendwann ist mir dann geschossen was besagte Freundin damit meinte. Single = alleine. Aber das ist doch bitte das absurdeste Synonym dafür- oder nicht? Lustigerweise habe ich mich als Single nie wirklich viel oder lange alleine gefühlt.

20150201_150041

Glücklicherweise hab ich mir nun endlich einen Mann geangelt mit dem ich ein WIR bin, Singles mit meiner Verkupplungswut zur Weißglut bringe und der abgesehen davon auch noch als Instagram-Husband überglücklich ist.

Am wichtigsten ist allerdings, dass ihr mich und meine Ironie nach einer knapp zweiwöchigen Blogpause nicht all zu ernst nehmt und meine Single-Aufschreie trotz veränderten Beziehungsstatus‘ immer noch gerne lest. Ich gelobe Besserung was die Regelmäßigkeit, die Länge (in der Kürze liegt die Würze) und die interessanten Aspekte in meinen Blogeinträgen angeht. Im April und Mai geht es auf spannende Reisen mit vielen spannenden Menschen und hoffentlich noch spannenderen Geschichten.

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: