Zürich, mit dr cha me go Ross stäle!

Also jetzt mal ehrlich, gibt es eigentlich irgendjemanden da draußen, der den Schweizer Dialekt nicht leiden kann? Ich für meinen Teil vergöttere ihn schon fast und kann nicht genug davon bekommen. Es hat auch einfach etwas Spannendes: man könnte es eventuell verstehen, wenn man will; muss man aber auch nicht, wenn man gerade keinen Bock hat und sich einfach ausklinken will. Perfekt!

Nachdem wir also das wundervoll sonnige und gar nicht graue Mailand verlassen haben, ging es per Bus (nur 19 Euro uuuuuuh) also nach Zürich. Und das ganze in unschlagbaren 3,5 Stunden (nein, ich hab keine Kooperation mit Flix/Meinfernbus- noch nicht…). Als Bonus gibt es eine wundervolle Kulisse rund um Comer See und Co. Fast so schön wie diese Bahnfahrt:

Als wir dann endlich (eine 16,9 km lange Tunnelstrecke ohne WLAN kann schon mal langweilig werden) am Busbahnhof von Zürich ankamen, war auch die Wiedersehensfreude groß: drei Monate sind mittlerweile vergangen, dass unsere Lieblingsschweizerin Anna, unsere WG verlassen und zurück in die Schweiz gegangen ist. Geblieben ist uns ein Türschild, das noch beide Nachnamen trägt. Schluss mit traurig, her mit lustig! Schön war auch die Wiedersehensfreude mit „Herrn Ehrlich“ (möglicherweise haben inzwischen „bloggeheiratet“ oder ich will einfach nur seinen Namen nicht verraten), der das Wochenende schon bei einem Freund in der Schweiz geweilt hat und währenddessen die Temperatur runter- und die Preise raufgekurbelt hat.

Wenn wir auf die angesprochenen Klischees von Mailand zurückkommen, kann ich eines schon einmal über die Schweiz verraten: ja, ist noch teurer, als ihr es euch in den kühnsten Träumen nicht ausmalen könnt. Die ersten Hochrechnungen der Bundespräsidentenwahlen in Österreich mussten erstmal mit einem großen Bier verdaut werden. Und glaubt mir, in der Schweiz trinkt man normalerweise keine großen Biere. Nicht, weil man nicht will, sondern ganz einfach, weil man sie sich nicht leisten kann. Ich habe zwar viel über das Wahlergebnis und die Zukunft unseres Landes nachgedacht und diskutiert und Pläne geschmiedet während ich in Zürich war und ich werde ganz bestimmt noch in einem weiteren Blogbeitrag eingehen, aber heute soll es um schöne Dinge gehen, wie zB um Zürich.

Mit knapp 400.000 Einwohnern ist es ja wirklich sehr überschaubar, aber verteilt sich auch noch auf Vororte wie Winterthur oder Wallisellen. Das heißt aber noch lange nicht, dass es weniger zu bieten hat. Es gibt Wasser (mehr als genug mit dem Zürichsee im Süden und dem Fluss Limmat, der sozusagen die Stadt teilt), es gibt geniale Shops (checkt mal Fizzen oder Ars Longa aus) und das wichtigste überhaupt: ES GIBT KÄSE und Schokolade. Aber KÄSE!! Ich steh ja total auf Käse und würde mir gerne mein eigenes Käsehaus bauen, um dann Tag und Nacht unbeschränkten Zugang zu Käse zu haben. Wenn dann aber ab jetzt definitiv nur mehr Schweizer Käse.

Unter anderem findet man diesen leckeren Käse im Bebek, wo es auch richtig tolles orientalisches Essen gibt. Sehr zu empfehlen das „Veggie-Frühstück“ mit dem besten Avocado-Aufstrich, den ich je gegessen hab. Das ganze kostet auch „nur 22 Franken“. Wer es weniger fancy mag, geht am besten ins Café Fähringer, das sowohl untertags mit, für Schweizer-Verhältnisse, ganz fairen Preisen punktet, als auch abends an der Getränkefront (wer es sich leisten möchte).

Überhaupt hat die Altstadt von Zürich ein bisschen etwas von einer nachgebauten europäischen Stadt in China. Nicht, dass es nicht schön wäre, ganz im Gegenteil, man hat ein bisschen das Gefühl, als wäre man in einem Traumland wie Disneyland gelandet. Aber ein Spaziergang ausgehend zB vom Café Fähringer durch die süßen Gassen der Altstadt hinunter zum Limmat und dort entlang zum Zürichsee, wo auch das beeindruckende Operngebäude steht, ist definitiv ein super Tipp für einen Nachmittag in der Stadt. Und noch dazu kostet es nichts. Wem dann die Füße weh tun, kann mit der Polybahn, die mit gültigem Öffisticket gratis ist, eine kurze Strecke auf den Art „Hausberg“ fahren und sich dort vor der Technischen Universität beim Kaffee-VW-Bus einen, verhältnismäßig billigen, Tee holen, während man den tollen Ausblick über die Stadt genießt.

Dienstag gegen Abend ging es für uns dann auch schon wieder schweren Herzens Richtung Wien, aber nicht bevor wir noch etwas genutzt haben: Zürich ist die erste Stadt in der ich mit der Tram zum Flughafen fahren konnte. Haben wir natürlich sowas von gemacht, because we can!

 

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