Berlin, ick liebe dir!

Also jetzt mal ehrlich, man kann ja über Berlin sagen was man will, aber mich zieht es jedes Mal auf ein Neues und mit einer ganz anderen Kraft in seinen Bann. Wie der Lieblingsfilm, den man schon zum tausendsten Mal sieht und jedes Mal andere lehrreiche und wundervolle Dinge lernt, je nach Lebenslage.

Auch wenn ich bis vor kurzem noch große Anhängerin von Busreisen war, bin ich es spätestens nach der Anreise nach Berlin nicht mehr. Prinzipiell habe ich die Strapazen einer 9-stündigen schon des Öfteren „gerne genossen“. Das schlagende Argument hier ist definitiv der Preis- mit 22 Euro ist man da über Nacht schon dabei. Diesmal haben wir auch von den unzähligen Busfahrerfahrungen gezehrt und den besten Platz im Doppeldecker (oben ganz vorne, wo sonst?) erobert. Leider hat das den deutschen Zoll trotzdem nicht von einer ausgiebigen 1-stündigen Kontrolle inklusive Drogenspürhund abgehalten. Das ganze wäre ja noch okay, wenn es nicht um 7 Uhr morgens am Parkplatz namens „Hallo Hinterland Deutschland“ passieren würde, aufgereiht im Halbkreis mit dem gesamten Gepäck vor uns stehend. In dem Moment habe ich beschlossen für diese Art von Busreisen zu alt zu sein und es dann ein bisschen später wieder mit den Kaffeefahrten zu probieren.

Doch alle, und ich meine alle, Erlebnisse in Berlin haben meine Erinnerungen schon wieder entschärft und ich sitze seelig grinsend im Zug nach Göteborg. Die Wahlheimat auf Zeit letztes Jahr erwartet mich in knapp zwei Stunden und ich kann es nicht erwarten. Aber darüber im nächsten Eintrag mehr. Zuerst zurück nach Berlin und was ich da eigentlich so angestellt habe:

Großer, wenn nicht größter, Grund nach Berlin zu reisen ist mein bester Freund, der seit bald drei Jahren die Stadt mit viel Energie und Coolness noch großartiger macht. Genau dieser Freund hat am Freitag Abend zu seinem Geburtstag geladen. Da bleibe ich doch nicht im kalten, grauen Wien sitzen, wenn die Möglichkeit auf ein lustiges Geburtstagswochenende lockt. Trotz „Buslags“ (wie Jetlag, nur aufgrund einer anstrengenden Busfahrt hervorgerufen), sind wir zu einem kleinen Bummel durch die Hackeschen Höfe und Umgebung aufgebrochen. Monki war auf dem Weg (okay, zugegeben ich hab alles um den Besuch dort herumgeplant) und das ist ein Fixpunkt, wenn ich in Berlin bin. So sehr ich Wien auch liebe, aber ein Monki in Österreich würde die verrückte Shoppingqueen in mir zum Jubeln bringen. Momentan noch okay, denn immerhin habe ich so einen Grund mehr nach Berlin (oder Göteborg) zu fahren.

Die Unterlage für den Abend lieferte der Klassiker- die Currywurst mit Pommes rot-weiß am Rosenthaler Platz. Die Wurst ist richtig lecker und jedes mal frisch zubereitet, aber die Pommes übertreffen noch einmal alles. Der Besitzer (?) freut sich außerdem jedes Mal, wenn sich ein Ösi in seinem Laden blicken lässt und tratscht lässig neben diversen Grilltätigkeiten über die Unterschiede in der deutschen Sprache mit einem. Ab zu Curry Mitte!

Ein Abend voller Liebe, viel Averna Sour, keinem Schluck vom Martini (ich hoffe er hat euch geschmeckt) und einem musikalischen Best-Of aus den 90s/2000s am Tanzflur folgten. Schon kurz vorm eingehen, ließ ich mich dann doch noch einmal anstecken und gröhlte mehr oder weniger textsicher bei den ESC16-Liedern mit. Aufwärmen für den nächsten Abend sozusagen. Da stand nämlich das zweite Highlight des Berlin-Trips an: das Eurovision-Songcontest Finale, das jedes Jahr bei einem lieben Freund zelebriert wird. Jeder sucht sich im Vorfeld ein teilnehmendes Land aus (es darf nur nicht das Heimatland oder das sein, wo man gerade wohnt) und hofft erstmal darauf, dass es überhaupt ins Finale gewählt wird. Wenn das geklappt hat, googelt man schnell typische Gerichte oder Getränke des Landes und bringt dann eine Auswahl dieser zur VillaVision, die liebevoll genannte Location des Happenings (nein, ich hasse Anglizismen eh!). Doch, dass das diesjährige Finale mit veränderter Punktevergabe und Verkündung so spannend wird, hätte ich mir trotzdem nicht gedacht. Die Aufregung musste erstmal verdaut werden und somit sind wir in großer Gruppe ins Schwuz– kurz für Schwulenzentrum- weitergezogen, das selbst schon einige Male dazu gezwungen war umzuziehen, da die jeweiligen Locations aufgrund des großen Interesses schlichtweg zu klein geworden sind. Ich muss Euch Insidern wahrscheinlich nicht erzählen, dass die Stimmung nach einem Event wie dem ESC einfach nur großartig war.

Fast ein bisschen glücklich war ich, als am nächsten „Morgen“ dicke Tropfen über das Fenster rannen und wir hauptsächlich auf der Couch knotzen konnten, um unseren Kater zu pflegen. Ein kurzer Schaukelausflug in den Mauerpark ging sich aber doch aus und abends schafften wir es dann auch noch in das absolut empfehlenswerte District Mot in Mitte, das nicht nur dem Auge, sondern vor allem den Geschmacksnerven einiges zu bieten hat. Lecker, sag ich da nur!

11 Mal hat es also gebraucht, damit ich es dieses Mal doch wirklich und schlussendlich zum Schwarzlicht-Minigolf in den Görlitzer Park geschafft habe. Meinen Sieg (yesss, I’m the queen of goofy golf) feierten wir in einer meiner Lieblingsbars in Berlin-Friedrichshain: der Dachkammer. Im Sommer, oder zumindest wärmeren Tagen, kann man vor dem Lokal gemütlich in der Sonne sitzen und die vorbeiziehenden Leute ausspechteln. Im Winter, oder wie in unserem Falle während eines arschkalten Maitags, verzieht man sich einfach in die schummrige letzte Ecke alias Raucherzimmer und gut ists. Nichtraucherbereiche gibt es sogar auch!

Den letzten Abend verbringen wir mit dem besten indischen Essen seit langem in heiterer Gesellschaft auf dem Fußboden unserer Gast-WG. Ein perfekter Abschluss für ein aufregendes und tolles Wochenende, das ich kein Stück ändern wollen würde. Auf geht’s zu weiteren Abenteuern nach Schweden, um Pippi Langstrumpf stolz zu machen. Ich berichte ganz bald…

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Tschüss Berlin
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