Wien ist doch ein Dorf

Sind es nicht die kleinen Dinge im Leben, die einen schmunzeln lassen? Eins meiner Vergnügen im Leben ist das Spiel: „wie klein ist die Welt“. Dazu mein neuester Beitrag:

Vor einigen Wochen hat Mister Ehrlich mir einen Song einer lokalen Band mit dem klingenden Namen „Wiener Blond“ vorgespielt. Ich mochte sie von Minute eins an. Eine Kombination aus traditionellem Wiener Lied, modernen Beatbox-Beats und einer ordentlichen Portion Charme und Humor in ihren Texten. Kurz: es hat mich innerhalb von Sekunden in gute Laune versetzt. Und das kann ich bei dem gerade vorherrschenden Arbeitschaos gut gebrauchen.

Die österreichische Musikerszene wird ja immer gerne unter Wert verkauft, aber gerade in den letzten Jahren tut sich da glücklicherweise wieder viel. Daher unterstütze ich das sehr, sehr gern. Und kaufte kurzerhand zwei Tickets für das Konzert letzten Donnerstag im Theater am Spittelberg.

Bevor Wiener Blond die Bühne erobern sollte, gab es noch ein Stündchen mit Gesangskapelle Hermann. 7 ebenso junge Herren, die mit oberösterreichischem Humor, die Bühne erleuchteten.

Die Burschen haben das Singen ja echt drauf, und zum Anschauen ist’s auch nicht schlecht, aber mein Lieblingsausblick war trotzdem auf eine deutsche Schulklasse, die nicht einmal mit Zahnstochern ihre Augen offen halten konnten. Ich glaube, sie versuchen immer noch herauszufinden wo sie denn da gelandet sind und welche Sprache die ÖsterreicherInnen nun wirklich sprechen.

Als krönenden Abschluss von Gesangskapelle Hermann kamen dann auch noch Wiener Blond auf die Bühne. Ein junger Mann und eine junge Frau. Und da war sie. Dieser Unmut. Diese plötzliche Abneigung. Was? Wie? Woher? Ich zermarterte mir den Kopf. Versuchte mich an Sigmund-Freud-mäßigen-Selbstanalysierungen. Und es half. Ich konnte meinen Widerwillen auf sie einschränken. Aber warum? War sie mir mit ihrer vorlauten und zu sehr gewollten Art einfach unsympathisch? Definitiv. Doch da war mehr. Also hing ich die gesamte Pause lang an meinem Handy, wie mein Hund an dem Hintern des gerade kennengelernten Rüdens. Und plötzlich hatte ich es:

Verena. Es klickte. Meine Freundin Verena. Nicht dieselbe Verena, aber trotzdem verbandelt. Von vorne: vor ca. 10 Jahren waren meine Freundin Verena und ich riesige Fans von einer österreichischen Beatbox-A Cappella-Band namens Mauf.

Gecheckt? Die Sängerin Verena von Mauf ist die gleiche Verena, die nun der weibliche Part bei Wiener Blond ist. Okay, zugegeben, gestern wie heute wird sie wahrscheinlich nie meine beste Freundin, weil ich einfach finde, dass sie „zu viel“ ist. Damit meine ich natürlich nicht ihre Körpermaße, da passt alles wunderbar, sondern ihre Präsenz auf der Bühne. Da kommen wir einfach nicht zam. Aber es ist definitiv so, dass ich die Musik, die sie macht, sehr mag. Gestern wie heute.

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