Sardegna, sei uno schianto!

Sardinien. Viel besungen. Höchst gelobt. Und nicht gelogen. Ja, das ist Sardinien. Jetzt kann ich es auch bestätigen.

Tag 1 und 2

Ich glaube ich hab mich noch nie so sehr gefreut in einem Flieger zu sitzen, als dieses Mal als es um kurz nach 6 Uhr nach Olbia im Nordosten von Sardinien ging. Lange Rede, kurzer Sinn: meine Arbeit war nicht allzu begeistert von meinen Reiseplänen. Aber das war alles wie weggewischt, als sich unter dem dichten Wolkenmeer das grüne Paradies Sardinien aufgetan hat.

Ein Morgenmensch werd ich nie werden, aber gerade bei Reisen zahlt es sich eben aus seinen laschen Hintern früh aus dem Bett zu schwingen. So standen wir aber auch schon um kurz vor neun auf dem glühend-heißen Parkplatz und vor unserem Gefährt für die kommenden 10 Tage. Und ab ging es mit heruntergelassenen Fenstern und lauter Roadtrip Musik gen Norden.

Einmal um den Berg gebogen und schon standen wir irgendwo im Nirgendwo bei der atemberaubensten Aussicht überhaupt. Dachten wir. Jedes Mal wurde es besser. Und nicht einmal der snobbige Yachthafen von Porto Cervo und seine überteuerten Geschäfte ließen das Schwärmen versiegen. Okay, zugegeben die bunten Häuser und Olivenbäume überall haben dann doch gepunktet. Nichtsdestotrotz. Es gibt noch so viel zu entdecken. Es muss weitergehen.

Nach einem kurzen Stop im süßen Baia Sardinia, war es auch schon an der Zeit für die Fähre von Palau nach La Maddalena. Ja, wir sind von einer Insel auf eine andere gefahren. Und ja, es hat sich ausgezahlt. La Maddalena liegt nördlich von Sardinien und ist eine Inselgruppe zu der insgesamt 62 Inseln gehört. Das schöne an den Inseln ist, dass sie ein Nationalpark sind und man in wenigen Minuten die felsigsten Küsten und tollsten Strände vorfindet. Auch unsere Unterkunft lag am „Stadt“rand von Maddalena und war ein kleiner Bauernhof mit Tieren und einem Gemüsegarten vor der Tür. Herrlich. Die haben wir dann erst einmal mit einem Schläfchen eingeweiht. Hey, es war erst drei und ist ja auch schließlich Urlaub.

Tipps für die Inselgruppe La Maddalena:

  • Panoramastraße auf Maddalena mit Stopps bei Spiaggia di Punta Tegge und Spiaggia del Costone
  • Weiter auf die Insel Caprera, die per Brücke von Maddalena erreichbar ist und Badestopp am Spiaggia I Due Mari (ruhig ein bisschen über ein paar Felsen klettern, dann wird es ruhiger)
  • Dinner bei Sergent Peppers (richtig leckere Pizza in einfachem Ambiente, am besten nicht mit großem Hunger hingehen, da abends Wartezeiten üblich sind) oder
  • Dinner bei Osteria Da Lió (traditionelle sardische Gerichte, super Hauswein und charmanter Hinterhof)

Tag 3

Zugegeben, das hätten wir anders machen können. Aber nein, wir haben uns von der Schönheit Sardinien’s einfach treiben lassen und sind also um 11 Uhr vormittags von unserem süßen Airbnb Richtung Hauptinsel gestartet. Fähre. Mittagessenstop an DEM Kitesurfspot Sardiniens – Porto Pollo. Weiter über die atemberaubenste Bergstraße Richtugn Aggius, wo ich dann schlussendlich vor den verschlossenen Türen des Banditenmuseums gestanden bin. Wer kommt am Nachmittag irgendwo in Italien an, wo er wirklich hin will? Naives Ich. Nichtsdestotrotz ein ruhiges, beeindruckendes Dorf. Und ab geht die Post. Richtung Sassari und der Kirche Trinità di Saccargia. Nicht dass ich jetzt so die große Kirchgängerin wäre, aber war halt am Weg. Die drei Euro Eintritt hab ich dann aber doch lieber in Eis angelegt. Und weil wir noch nicht genug Kilometer drauf hatten, war unser vorletzter Stop dann eben auch noch King’s Landing. Äh Alghero. Entschuldigt, aber ich bin ja gerade ein bisschen Game of Thrones abhängig und diese Stadt hat definitiv Ähnlichkeiten. Enttäuschend war aber, dass uns das aus dem Reiseführer versprochene leckere Brot vorenthalten blieb. Bäckerei ging, Reisebüro kam.

Die italienischen Autobahnen und ihre verwirrenden Geschwindigkeitsbegrenzungen (50 auf der Autobahn?) haben ihren Tribut gezollt und so waren wir statt geplant um 18 Uhr erst gegen 21 Uhr in unserem Quartier in Cagliari. Die nötige Einparkstunde (wo lernt man wirklich Autofahren? In Italien!) gab uns dann den Rest und wir fielen nur mehr ins Bett. Okay, ja zuerst in den Jacuzzi.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Garten Airbnb II

Tag 4 und 5

Rumliegen. Chillen. Ausrasten. Energie tanken. Synonyme für Nichts-Tun finden. Das beschreibt Tag 4 und 5 wohl am besten. Wir hatten wieder ein richig tolles Airbnb (what else?), diesmal sogar ein eigenes Haus mit Garten und dem erwähnten Jacuzzi. Da fiel es uns schwer viel anderes zu machen. Außer zum Greißler nebenan zu gehen und noch mehr von dem guten Käse und Brot zu kaufen.

Am Nachmittag des 5. Tages haben wir uns dann doch aufgerafft und sind ins Zentrum von Cagliari gefahren, was sich definitiv auszahlt. Die Altstadt Cagliari’s liegt auf einem Hügel und ist von der alten Burgmauer umgeben. Es ist teils richtig ranzig und abgefuckt (entschuldigt meine Ausdrucksweise), aber eben genau das was ich mag. Lasst die Fotos sprechen.

 

Tag 6

Wenn man denkt es geht nicht besser, dann kommt man nach Tratalias und in unser 3. Airbnb. Tratalias liegt irgendwo im nirgendwo und wir hätten es wahrscheinlich gar nicht entdeckt, wenn da nicht dieses wundervolle, einzigartige und umwerfende Airbnb stand. Am Rand eines Dorfes, umgeben von den weiten der Felder, Gebimmel einer Schafsherde und am Horizont umsäumt dieses gemalte Bild ein paar Berge. Da saßen wir dann auf unserer riesigen Terrasse, die Füße baumelnd im Pool mit einer Flasche Rotwein. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann glücklicher war in meinem Leben. Wow, jetzt werde ich richtig kitschig. Aber die Erinnerung an diesen Moment trägt mich gerade durch den ein oder anderen stressig-genervten Tag. Und ich will es mir so lange behalten wie es nur geht.

 

Tag 7

Schweren Herzens verlassen wir unsere Hochburg der Entspanntheit, um woanders zu entspannen. Dem Dünenstrand von Porto Pino. Dünen, Leute, Dünen.

Tag 8

Hab ich schon erwähnt, dass es in unserer Traumunterkunft kein WLAN gibt? Macht sie entspannungsfaktorisch zu einem größeren Paradies. An diesem Tag muss ich aber leider unitechnisch etwas erledigen, was sich nicht aufschieben lässt, was aber mit mobilen Netz und dank des neuen europaweiten Roaming-Einheitstarif auch super funktioniert.

Ein letztes Mittagessen. Ein letzter Blick und schon geht es weiter. Die Roadtripregeln sind hart und es geht wieder zurück in den Norden und in die Nähe von Olbia. Hier haben wir wieder ein supernettes Zimmer über Airbnb gefunden und als uns der Hunger abends aus der gemütlichen Couch auf der Terrasse scheucht auch gleich eine liebe Trattoria in der Nähe.

Tag 9

Es regnet. Wie aus Kübeln. Ganz egal. Wir machen Beauty-Tag. Ich geh zur besten Pediküre. Und Mister Ehrlich lässt die Haare schneiden. So sind wir happy und bereit für die anstehende Hochzeit von unseren lieben Freunde nach unserer Rückkehr.

Einmal noch auf den Tafelberg geschaut und schon sitzen wir wieder auf unserer Terrasse mit einer dampfenden Pizza Sardia (nein, keine Sardinen, sondern sardische Salami) und einer Folge Game of Thrones. Ich sage nur: richtig leckere Pizza und Red Wedding war nicht die best-gewählteste Kombo. Da fällt einem ja alles aus dem Mund.

Tag 10

Folgendes Szenario: ihr sitzt im Wintergarten eures Airbnb’s und bekommt euer Frühstück serviert. Einfach was gerade da ist. Oder was eben am Vorabend gebacken wurde. „Prima Colazione Sorpresa“ sozusagen. Und was gab es zum Abschiedsfrühstück? Richtig! Tiramisu! Zum Frühstück- ich liebe dieses Land!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Isola Tavolara

 

Advertisements

2 Kommentare

Gib deinen ab →

  1. Super Geschichte von einer super Insel! So detailliert, wie du schreibst, fühlt man sich gleich wieder dorthinversetzt!
    Sardinien fand ich auch wunderschön!
    Ciao Markus
    http://www.markusjerko.at/photos/sardinien-portocervo-olbia/

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: