Ehrlich gelebt?

Fuck. Über zwei Jahre habe ich nichts mehr geschrieben. Genau genommen hab ich sehr wohl geschrieben. Eine Bachelorarbeit, Prüfungen an der Uni, Zusagen zu Jobs, Kündigungen bei jenen Jobs, Emails. Aber all das waren Dinge, die ich vom System, von der Gesellschaft vorgeschrieben bekomme habe. Doch für mich habe ich nichts geschrieben. Keine Dinge, die mich interessieren, die mich beschäftigen. Und ich habe es vermisst. Fuck, habe ich es vermisst. Aber ich war beschäftigt mit… ja, was denn? Dem Leben.

In den letzten Monaten und vor allem Wochen kam so oft eine Frage in mir auf: „Wieso mache ich das oder das gerade?“. Und umso mehr kam ich zu der Erkenntnis, dass das alles Aufgaben sind, die ich „jetzt noch schnell hinter mich bringen muss“. Doch ich bin müde davon Dinge zu erledigen, die mir in Wahrheit keinen Spaß machen. Und wenn es sich nicht mehr richtig anfühlt, dann muss sich etwas ändern. Ich bin ein Junkie für Veränderungen, wenn zugleich es mir auch eine Riesenangst einjagt. Aber hey, jeder holt sich seinen Adrenalinschub woanders- richtig?

Während ich also über meinen nicht-enden-wollenden Lernunterlagen saß und mit meinen Gedanken zu all den Dingen abgeschweift bin, die ich schon so lange machen wollte, habe ich beschlossen eine Liste zu schreiben, weil was ist besser als Listen schreiben? Auf diese Liste kamen nur schöne Dinge, die ich nach meinem Studienabschluss tun will. Anfangs standen da sehr absurd wirkende To-Dos, wie Schrank ausmisten (meine Art von Meditation) oder zum IKEA fahren (hallo Kapitalismus) drauf, doch umso länger die Liste wurde, desto simpler wurde sie. Am Ende standen folgende drei Punkte:

  • Lesen
  • Tanzen
  • Schreiben

Klingt im ersten Moment, wie die Nachmittagsbeschäftigung eines Volksschulkindes, aber genau darum geht es ja: ich wollte raus aus dem ganzen „Du musst dies und das tun“-Erwachsenenleben und nicht darüber nachdenken, ob mich diese Sachen beruflich oder sonst wie weiterbringen. Ich wollte es einfach nur tun, weil sie mich glücklich machen. Deshalb bezeichne ich die Aufzählungen als „Happiness-Liste“.

Auch wenn meine Uni noch nicht bereit ist sich von mir zu trennen, habe ich auf alle Normen und selbstauferlegten Vorschriften gepfeift und mache genau das, was mich glücklich macht: ich lese Bücher, die rein gar nichts mit Studium oder Job zu tun haben, ich tanze mit Janelle Monáe in den Ohren durch die Straßen Wiens und schreibe endlich wieder, nur für mich. Und ein bisschen für Dich.

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